Montag, 7. November 2016

Hi.

Wahrlich, habe ich mich dieses Jahr mehr als zurückgehalten was das Bloggen angeht und das obwohl ich dieses Jahr mehr zu sagen gehabt hätte, als sonst.
Vielleicht, war es zu viel.
Nein, es war zu viel.
Wie oft ich vor diesem Laptop saß und versucht habe, meine Gedanken, Gefühle, mein Erlebte irgendwie in Worte zu fassen und dabei jämmerlich gescheitert bin - Ich habe aufgehört zu zählen.
Nun starte ich einen neuen Anlauf und wenn du diese Zeilen liest, habe ich es wohl geschafft.

Vorab möchte ich dich warnen.
Was jetzt folgt, kann in einem einzigen Chaos enden und wenn du denkst, ich schaffe es, die letzten Monate in paar (sinnvolle) Zeilen zu packen, hast du dich leider getäuscht.

Falls dich juckt was ich zu erzählen habe, würde ich dir raten, dir ein/en Tee / Kaffee / Alkoholisches Getränk / Joint / LSD ( oder Whatever ) zur Hand zu nehmen.
Das hier wird dauern.

( Rechtschreibfehler tun mir sorry aber ich schreibe das mit dem Handy ^^ ) 

>Panik & Essstörung

Nachdem ich letztes Jahr den Klinikplatz in Düsseldorf nicht wahrgenommen hatte, fiel ich in ein Loch, aus dem ich bis Heute nicht mehr rausgekrochen kam.
Unter uns: 

"Mittlerweile,glaube ich, dass ich es in dem Loch einfach zu gemütlich fand und finde.
Es ist viel einfacher dort zu sitzen und jedem 

( außer natürlich sich selbst ) die Schuld zu geben und sich zu bemitleiden.
Für mich kam jegliche therapeutische Maßnahme nicht mehr infrage und ich blockte alles ab.
Ich nahm dieses Jahr keinen einzigen Termin war

Ich habe keine Kliniken oder Therapeuten angerufen.
War nicht bei Dr. M.
Habe nicht selbst irgendwie gegen die Panikattacken gekämpft, stattdessen fing ich wieder an Drogen zu konsumieren und verlor ziemlich schnell, ziemlich viel Gewicht.
Was mir ehrlich gesagt so gut gefiel, dass ich auch wieder bewusst Nahrung verweigerte.
Es kam, wie es kommen musste und ich brach zusammen und wurde eingewiesen.
48 Stunden verbrachte ich auf einer geschlossenen.
Man verabreichte mir dort irgendwelche Beruhigungsmittel die aufgrund meiner noch bestehenden Benzosucht nicht wirkten.
Die Ärzte waren schockiert - Ich amüsiert.

Ich fühlte mich wie 15.
Ich habe mich dort unmöglich benommen, trotzig, kindisch, frech, einfach abgefuckt.
Man ließ mich dann wieder gehen und ich richtete mich weiter selbst zu Grunde.

>High as Fuck und Menschliche Enttäuschungen.

Wie oben schon erwähnt:"Ich konsumiere wieder"
Eine zeit lang eskalierte es ziemlich und ich schmiss, rauchte und klebte mir alles, was ich in die Finger bekam.
Ich veranstaltete richtige Orgien bei mir Zuhause.
Naja, Orgien - bestehend aus mir, Drugs und Musik.
Ich war an einem Punkt, an dem es mir egal gewesen ist, was das Zeug in meinem Körper und in meinem Kopf anrichtete.
Manchmal hoffte ich sogar, dass es mich umbringt oder ich eine Psychose bekäm.
Auf Drogen war es mir später tatsächlich möglich, mal wieder was zu unternehmen.
Ich malte sogar, führte Videotagebuch und hatte kurzzeitig einen sehr verwirrten Youtubekanal - Den ich aber dann geschlossen habe.
Es ging mir scheiße aber es ging mir auch gut.
Denn ich glaube, selbst mit einer Psychose, lässt es sich besser leben, als mit dieser Form der Panikstörung in Kombinationen mit 13 Begleitdiagnosen.

Da war ich nun: resigniert, abgemagert, von mir und der Welt enttäuscht.
Tobi sah ich nur noch sporadisch.
Das letzte mal als ich ihn sah, sagte ich ihm das ich ihn liebe.
Das ist aber ein anderes Thema.
Mit Fabi und mir war es wie gehabt.
Eine Freundschaft die mehr weh tat als gut aber an die man sich klammerte, weil man sonst niemand hat.
Eine Gewisse Abhängigkeit.
Nach wie vor, war ich mit C. zusammen.
Auch eine Beziehung die ich nur führe, weil es nicht anders geht, weil da sonst niemand ist.
In dieser Zeit tat mir alles irgendwie mehr weh als sonst.
Ich nahm die Grausamkeiten der Welt mehr wahr als sonst.
Es sind so viele schlimme Dinge auf der Welt passiert und so blöd es sich anhört, ich konnte das nicht ertragen.
Mein Bruder sagte immer, dass es "Weltschmerz" wäre.
Es knabberten so viele Dinge an mir und Drogen waren mein Ventil.
Nicht das Beste.
Vielleicht.


>Mein Aus und Einzug.

Es ist kein Geheimnis, dass meine Mum und ich nicht das beste Verhältnis zueinander haben.
In den letzten Monaten eskalierte die Situation aber öfter als sonst.
Nicht selten wurde es gewalttätig.

In 99 % der Fälle war der Grund, dass ich keine Termine wahrnahm und sie Angst hatte, dass man ihr MEIN Geld sperren würde.
Eines Abends, zugegebenermaßen ziemlich zugedröhnt entschied ich mich dafür einen Fick zu geben und packte meine Sachen.
Oft drohte ich meiner Mom mit Auszug aber nie kaufte sie mir das ab.
Diesesmal zog ich es durch und zog bei C ein.
Die ersten Wochen waren hart.
Denn ich war es nicht gewohnt, neben jemanden zu schlafen oder aufzuwachen.
Deswegen schlief ich oft auf der Couch und wachte schweißgebadet auf, schrie, heulte und auf eine Panikattacke folgte die nächste.
Ich hatte C einen Job bei meinem ältesten Bruder besorgt, und deswegen war er dann meistens bis Abends weg, was die Situation irgendwie leichter machte.
Es gab zwar oft Streit wegen meinem Konsumverhalten und Stimmungsschwankungen aber wir haben uns immer wieder vertragen.
In dieser Zeit erfuhr ich, dass meiner Mom tatsächlich mein Geld gesperrt wurden war.
Es war mir schlichtweg egal.
Ich mag auf Euch vielleicht Herzlos erscheinen aber das einzige was dieser Frau je wichtig an mir war, war das Geld welches sie für mich bekam.
2 Monate lebten wir zusammen bevor ich wieder zu meiner Mutter zog.
Bevor ich zu diesem Punkt komme, möchte ich aber auch mal etwas positives berichten.

>Positiver Shiiiiiit

Als ich mit C zusammenwohnte und merkte, dass dieser "Weltschmerz" mich erdrückte, wollte ich etwas dagegen tun.
Ich schaute mir unglaublich viele Dokus über alle möglichen Themen an.
Diese machten es kurzfristig zwar schlimmer aber gaben mir dann einen Arschtritt.
Ich wollte etwas tun.
Für mich und für andere.
Ich hörte nach 10 Jahren Zigaretten rauchen auf.
Einfach so.
Ich drückte die letzte Kippe aus und bis heute habe ich keine mehr angefasst.
Obwohl ich seit vielen Jahren vegan lebe, ist meine Ernährung trotzdem der übelste Bullshit und auch das habe ich geändert.
Ich machte viel Sport, meditierte und informierte mich über Themen die mich beschäftigten.
Ich verkaufte, bis auf meinen Laptop, alle meine elektronischen Geräte, einschließlich meines Handys und spendete den erlös an eine Tierschutzorganisation.
Ich war auf einer Demonstration für die Legalisierung von Cannabis und bin Mitbegründerin einer Organisation die sich dafür einsetzt, dass zumindest kranken Menschen der Zugriff auf Cannabis leichter gemacht wird.
Wir ruften eine Petition ins Leben die über 10 000 Stimmen bekam, veranstalteten Events auf denen auch Fabi aufgetreten ist und sammelten Geld für Flüchtlinge.
Ich verbrachte keine Wunder.
Ich besiegte nicht den Welthunger oder habe den Klimawandel aufhalten können aber ich bin stolz auf das geleistete und ich bin mir sicher, dass wenn wir Menschen nicht so egoistisch wären, würden in 40 Jahren nicht 12000 Pflanzen und 10000 Tierarten ausgestorben sein.
Ich wollte das einfach mal erzählt haben :) 

>Wieder bei meiner Mom

Trotz allem positiven oder sogar wegen all dem positiven, traf mich die Depression in einem Ausmaß mit dem ich einfach nicht gerechnet habe und umgehen konnte.
Ich saß nur noch heulend auf C´s Bett und sprach kein Wort mehr mit ihm.
Ich glaube, dass ich ihn eines Nachts, im Wohnzimmer auch weinen hörte...
Mein Kopf schien zu explodieren und gleichzeitig tat es mir für ihn so leid.
Er litt aber er hätte es nie zugegeben.
Ich inszenierte einen Streit um ausziehen zu können und kam bei meiner Mom angekrochen.
Dort verbrachte ich dann meine Zeit nur noch damit, high im Bett zu liegen, zu heulen, Serien zu gucken, mich zu übergeben und mich zu hassen.
In diesem Zustand befand ich mich als die Nachricht kam....

> ......

Am 25.07.2016 bekam ich die Nachricht, dass Tobi bei einem Motorradunfall ums leben gekommen ist.
Auf dieses Thema möchte und kann ich im Moment nicht eingehen.
Ich kann nur so viel sagen:

Ich existiere zwar noch aber als er starb, starb auch ich.
Keine Ahnung, wie lange meine Hülle das noch erträgt.



Kommentare:

  1. Fühl dich gedrückt!
    Ich freue mich richtig, wieder was von dir zu lesen, auch wenn es zum Teil weniger erfreuliche Themen sind.
    Das mit Tobi muss echt hart sein.......ich wüsste auch nicht, was ich tun würde, wenn eine bestimmte für mich sehr wichtige Person in meinem Leben einfach plötzlich weg wäre......
    Abrazos
    María

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  2. ich bin so froh von dir zu hören, meine kleine liebe. ich bin stolz auf dich. und ich schicke dir positive gedanken ♥

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