Essstörung.

2013

Ich habe lange überlegt ob ich diese Zeilen verfasse, aber ich tue es.
Vielleicht um mir nochmal bewusst zu machen was ich in den letzten Jahren erlebt habe. 
Vielleicht um neu anzufangen.
Vielleicht um ebenfalls Betroffenen zu zeigen das sie nicht allein sind.
Vielleicht um nicht betroffenen einen Einblick zu ermöglichen.
Vielleicht um zu Schocken.
Vielleicht.
Viele würden wahrscheinlich nicht so offen darüber schreiben, denn viel zu leicht ist man dadurch angreifbar. 
verletztbar.
Ich wage es trotzdem,weil ich weiß,dass ich damit nicht alleine dastehe ..

Hier erzähle euch,wie es aus meiner sicht zu meiner Essstörung kam.

Leben und tod liegen nah beieinander..

Die magersucht und Bulimie begleiten mich seit 2007.
Wie es dazu kam?
Ich hatte mittlerweile einiges hinter mir.
Mit 13 war ich schon ein psychisches Frack.
Ich hatte eine zeit von extremen mobbing inklusive Gewalt auf der schule hinter mir und hatte meinen ersten heimaufenthalt hinter mir.

Ich hatte noch nie ein normales Essverhalten.
Auch nicht als Kind erzählen mir meine Eltern heute oft.
Ich wollte nicht alles essen was ja eigentlich nichts ungewöhnliches ist aber ich hatte als
Kind schon die Angewohnheit essen zu kauen und einfach auszuspucken.
Niemand nahm das damals besonders ernst. Ich war halt ein bockiges Kind
das nicht essen wollte.
Mit 12 Jahren lernte ich ein Mädchen kennen " jenny" sie war 15 und magersüchtig.
Damals begriff ich noch nicht was das bedeutet.
Sie schenkte mir damals ein Buch namens "Dann bin ich eben weg" was mich ziemlich faszinierte.
Ich glaube normalerweiße sind diese Bücher eher als Abschreckung gedacht aber viele Autoren wissen nicht das ihre Büchern eine triggernde Wirkung haben.
Naja fjedenfalls las ich dieses Buch und fand die Disziplin der Protagonistin Sina faszinierend
aber das wars dann auch schon. Ich machte mir darüber nicht weiter Gedanken da ich sowieso immer sehr schmal war.

Doch dann kam die Pubertät und mit ihr einige Probleme.

Nicht nur körperlich veränderte ich mich ( ich bekam einen Riesen Busen damit kam ich garnicht klar und nahm allgemein etwas zu).
Ich entwickelte ein dissoziale Persönlichkeitsstörung ( Klick
die einige Probleme mit nach sich zog,meine Mutter die alleinerziehend war,war mit mir einfach überfordert und so kam ich mit 13 das erste mal ins Heim. Ein Heim von insgesamt 8 einschließlich einem Aufenthalt in einer Kinder und Jugend Psychiatrie und das alles in 2 Jahren.
Ich fühlte mich allein gelassen. Abgeschoben.Unverstanden.
Ich hasste die Welt.Ich hasste meinen Körper.Ich hasste mich
und ich hasste meine Mutter.
Ich dachte wie kann man sein Kind einfach in die Obhut fremder geben
Dass meiner Mutter das sorgerecht entzogen wurde,wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
So kam ich also einiges rum und habe demenstprechend viel gesehen.
Ich wurde Kriminell und ich hatte eindeutig
ein Alkohol und Drogen Problem.
Ich verdrängte so all die schlimmen Dinge die ich durch das pendeln von heim zu heim erlebte.
Dann kam die Einweisung in ein geschlossenes Heim für schwererziehbare Mädchen.
Dort lernte ich ein ein Mädchen kennen die meine engste vertraute wurde
Sie verstand mich. Wir waren uns so ähnlich.Sie war schon viele Jahre in diesem Heim
und ich fand es erstaunlich wie cool sie damit umging. Ich schaute zu ihr auf
Ich wollte sein wie sie.
Sie war auch der erste Mensch bis dahin,dem ich nicht egal war,dachte ich.
Mit ihr habs ich in diesem heim ziemlich viel erlebt und ziemlich viel scheisse gebaut.
Da sie Ausgang hatte besorgte sie Alkohol und Drogen.
So dröhnen wir uns jeden Tag zu.
Dort entdeckte ich auch die Wirkung vom inhalieren von Deo .
Wie auch immer.
Sie war ziemlich dünn und essen hab ich sie auch nie gesehen aber manchmal
hörte ich sie in ihrem Zimmer kotzen.
Ich sprach sie darauf an aber sie sagte sie hätte keine Essstörung aber das
glaubte ich ihr nicht.
Ich war enttäuscht dass sie mir nicht die Wahrheit sagen wollte.
Manchmal wenn wir mit der Gruppe am Tisch saßen und ich aß mein Brot
saß sie mir gegenüber,vor ihr ein leerer Teller und sie starrte mich nur an.
Das verunsicherte mich schon.
Die betreuer hatten immer in einem sehr besorgten Ton auf sie eingeredet,
dass sie doch bitte eine Kleinigkeit essen soll.
Um mich machte sich keiner Sorgen...
Mir ging es eh immer schlechter dort,ich vermisste zwar keine Personen aber meine Freiheit.
So schaffte ich es immer wieder von dort abzuhauen und bei irgendwelchen menschen die ich kaum kannte unter zu kommen.
Ich hielt es in diesem heim einfach nicht mehr aus.
Die Telefonate mit meiner Mutter wurden auch immer seltener weil
wir uns dauernd darüber stritten wann sie mich denn endlich nachhausen holen würde
und auch meine einzige Freundin dort wendete sich von mir ab & verbrachte ihre zeit lieber mit dem Neuzugang unserer Gruppe. Ein ebenfalls sehr dünnes Mädchen.
Ich hätte damals wetten können das auch sie eine esstörung gehabt hat.
Eines Tages waren wir  mit der Gruppe im Schwimmbad
und einige der Jungs machten blöde Bemerkungen über meine Brüste
z.b ob ich pamala anderson nicht mal ihr Silikon wiedergeben wolle und so was halt.
was mich mich verletzte und sauer machte.
Über die anderen Mädchen wurde immer nur gesagt
wie wunderschön sie doch wären. 
Dass wollte ich auch.Es konnte doch nicht so schwer sein.
Ich wollte nicht mehr auf meine Brüste reduziert werden.
Mein Körper machte mir eh schon genug zu schaffen.
Ich wollte Dünn sein.
Ich dachte Dünn sein wäre das Patentrezept für Glück.
So fing ich mit verschiedenen Diäten an aber es brachte mir nix.
Also musste es anders gehen.
So kam es, dass ich mir eines Tages nach dem Gruppen Mittagessen den Finger in den Hals steckte
und es funktionierte.In diesem Moment überkam mich ein Gefühl der Freude.
Ich dachte ich will nur so viel abnehmen das ich einfach im gesamten zierlicher wirke.
Das müsste doch zu schaffen sein.
Also kotzte ich eine zeit lang nach dem essen aber auf der Waage tat sich nicht viel.
Dann kam mein 15. Geburtstag und meine Entlassung nachhause.
Ich freute mich riesig und versprach meiner Mutter brav in die schule zu gehen
und keinen ärger zu machen.
Doch ich hielt mich nicht dran und fiel in alte verhaltensmuster.
Die Heimaufenthalte und das erlebte nagten nach
wie vor an meiner Seele aber ich wollte nicht darüber reden.
Ich wollte in kein Heim mehr.

Eines Abends saß ich in meinem Zimmer

mal wieder alleine denn nur weil ich zuhause war
hieß das noch lange nicht das sich irgendetwas änderte..
Denn über die letzten zwei Jahre durfte nicht geredet werden.
Es sollte verdrängt werden.
Nichts durfte nach außen gelangen
man könnte ja den guten ruf unserer Familie in frage stellen.
Meine Mutter erzählte nämlich ,
egal ob Freunden oder Familienangehörige
das ich in einem Internat gewesen sei.
Ich war zuhause-super
aber die streiterein gingen weiter.
Das Geschreie und die Schläge.
Die Alpträume.
Manchmal tat mir meine Mutter schon leid. Immer wenn sie mir eine verpasste,
weinte sie,
entschuldigte sie sich und nahm mich in dem Arm.
sie sagte das alles wieder gut werden würde.
Trotzdem fühlte ich mich nicht besser als vorher.
Ich saß oft auf meiner Fensterbank und weinte während vodka mich von innen wärmte.
Ich war so unglücklich.
Die Jahre waren so schnell vorbei gegangen.
Ich fühlte mich wieder allein gelassen. Abgeschoben.Unverstanden.
Aufjedenfall fiel mir an diesem Abend dieses Buch ein was mich doch damals so faszinierte
irgendwo musste es noch sein.
Also kramte ich und kramte ich und dann fand ich es
diesmal sah oder las ich es mit ganz anderen Augen und als ich es durch hatte
war mir klar,kotzen bringt nichts.
Hungern ist die Lösung.
Am Anfang fing ich an mehr Sport zu machen und ließ ich das Mittagessen ausfallen 
denn Frühstück mochte ich noch nie.
Dann aß ich mein Abendbrot nicht mehr mit Butter
Butter hat so viel Kalorien.
Ich informierte mich was wie viel Kalorien hat und schleppte eine
Notizbuch mit mir rum wo alles wichtiges drin stand.
Ich nahm ab.Ein erster Triumph.
Das erste mal hatte ich das Gefühl in etwas gut zu sein.
Irgendwann aß ich auch kein Abendbrot mehr aber war eh egal.
Es war niemand zuhause dem das hätte auffallen können.
Und wer sitzt schon gerne alleine an einem großen Tisch und isst.
Meine Mutter war bis nachts arbeiten und mein Bruder saß immer nur in seinem Zimmer.
Ein bisschen das Geschirr dreckig machen,bisschen damit klimpern und niemand
hätte verdacht erhoben das etwas nicht stimmt und selbst wenn
niemand hätte was gesagt.
lieber totschweigen. 
Es war nie so das ich keinen Hunger oder Appetit hatte
aber ich wollte mir beweisen das ich stärker bin.
Ich fing an mich im Internet mit der Pro Ana/Mia (Klick) Bewegung auseinanderzusetzten.
Ich lernte die Gebote und Gesetze, Briefe und Todsünden auswendig.
Verinnerlichte sie. Fing an danach zu Leben.
Alles drehte sich nur noch ums Essen bzw nicht Essen.
Diese Welt faszinierte mich so sehr,dass ich ein teil davon sein wollte.
Längst ging es nicht mehr um meine Brüste die damals zu dick gewesen waren.
Nein, es ging um so viel mehr.Ich meldete mich in Pro Ana/mia Foren an und nahm an wettbewerben teil die meist unter dem motto standen"wer hungert sich in einem bestimmten Zeitraum am meisten runter"
und bekam so viel Lob für meine erfolge das ich süchtig danach wurde.
Ich war in dieser Szene zuhause.
Wir kümmerten uns um einander.
Waren füreinander da wenn es mal einen Rückschlag gab
und motivierten uns weiter zu machen.
Doch irgendwann interessierte mich das nicht mehr und ich meldete mich nicht mehr in dem Forum.
Immer öfter hörte ich von Verwandten dass ich soo dünn geworden wäre und dass das nicht mehr schön wäre.
Ich wusste nicht was die alle von mir wollten.
Die Zeit verging und ich wog inzwischen nur noch 43 Kg und war unfassbar stolz dass ich den knurrenden
Magen gelernt habe zu ignorieren und einfach stärker war.
Jedoch richtig zufrieden war ich nicht. Immerhin sah ich immernoch überallkleine fettpolster
die mich inzwischen schon richtig anekelten.
Zu hause bemerkte man zwar meinen Gewichtsverlust aber es wurde nicht darüber geredet,
ein Zeichen für mich das es noch zu viel war
was ich auf den Rippen trug.
Ich dachte wenn ich dünn,mager wäre würde sich jemand um mich kümmern
man würde doch schließlich sehen das ich meinen Schmerz nach außen trage
und etwas nicht stimmt. 
Denn das hungern nicht gesund ist,ist wohl klar.
Das war mir schon immer klar,doch aus der einstigen Absicht nur ein paar Kilo zu verlieren ist eine Sucht entstanden.
Ich war garnicht mehr in der Lage zu essen.
Selbst wenn ich einen Apfel gegessen habe,war ich der Meinung es würde für den restlichen tag reichen.

Es war der 27.Juli 2010


Inzwischen wusste meine Mutter das etwas nicht stimmte

Meine Verwandtschaft und mein Familientherapeut,sprachen sie immer wieder auf meinen Gewichtsverlust an,
man würde mir mein Gewicht was inzwischen 41 Kilo ansehen und hätte angst dass ich sterbe.
Ich sah im Spiegel nicht das was mir alle immer wieder an den Kopf geworfen haben.
Ich merkte nur körperlich dass etwas nicht stimmte,mein Kreislauf machte nicht mehr mit und ich fühlte mich allgemein ziemlich schlapp.
Meine Mutter versuchte mich nun zum essen zu zwingen
und fragte immer wieder unter tränen warum ich denn nicht einfach essen würde
einfach essen? Ich versuchte ihr zu liebe was zu essen
und bekam da durch immer mehr Heißhungerattacken,die ich mit
erbrechen und Abführmittel bekämpfte..
Meine Mutter reagierte mit Vorwürfen und Beleidigungen.
Mein bester Freund kam jeden Tag und redete auf mich ein
Ich solle doch einsehen das ich krank bin.
ich behandelte ihn wie Dreck und stritt alles ab.
Er sagte immer das wäre die Krankheit die aus mir sprechen würde 
und das er es weiter versuchen würde.
Dann kam es am besagten Tag leider dazu das
ich zusammenbrach und einen Herzstillstand erlitt.
Ich wurde wieder belebt und kam nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus
in eine Klinik für Essstörungen wo ich kurze zeit künstlich ernährt wurde.
Dieser Schlauch tat so weh. Ich wollte ihn aus mir rausziehen
aber ich schaffte es nicht.
Jeder Denkt jetzt" spätestens da hätte doch die Einsicht kommen müssen"
Sie kam aber nicht.
Stattdessen verstand ich die Welt nicht mehr.
Ich war doch garnicht zu dünn.Ok ich hatte etwas abgenommen und
vielleicht ein bisschen mit dem Sport übertrieben
aber mehr war das doch garnicht.
So hab ich damals echt gedacht...
Da war ich damals,ständig unter beobachtung
und wusste das ich nur nachhause dürfte
wenn ich zunehmen würde
Aus lauter Panik vor dem Schlauch und wegen dem Wunsch
wieder " Frei" zu sein
versuchte ich so schnell wie möglich zu zunehmen
nach 8 Wochen durfte ich nachhause
Ich wog 49 Kilo-Die Hölle für mich
und so verfiel ich schnell in mein altes Muster und nahm wieder ab.
Meine Mutter und mein 5 Jahre älterer Bruder verzweifelten,die beiden flehten mich an doch endlich
"normal" zu werden.
Es folgten weitere Klinikaufenthalte die aber auf Dauer auch nichts brachten außer
die Erkenntnis : Ich bin krank!
Nach meinem letzten klinikaufenthalt erwischte mich mein Bruder dabei wie ich mal wieder über der kloschüssel hing.
Gegen all meine Erwartungen schrie er nicht.
Er setzte sich neben mich und fing an zu weinen.
Er sagte nichts. Er weinte nur und nahm mich in den arm,gab mir einen kuss auf die Stirn,stand auf und ging in sein Zimmer. Da wurde mir erstmal richtig bewusst
wie sehr meine Familie doch litt.
Was hatte ich ihnen nur angetan?
Ich wollte das alles irgendwie nicht mehr und versuchte mich ins leben zurück zu kämpfen
denn immerhin wollte ich doch noch so viel erleben,so viel vereisen,eine Familie gründen und
karriere machen.
Tot wäre das nicht möglich.
Also kämpfte ich mich zurück ins leben. 
Machte eine Ambulante Therapie und wog irgendwann wieder 51 Kilo aber
so richtig wohl fühlte ich mich nicht.Ich merkte aber wie positiv mein Umfeld
reagierte und wie beruhigt alle waren..
Aber diese stimme in meinem Kopf war manchmal einfach noch stärker..
Inzwischen war ich 16
Ich lernte meinen  Freund kennen. Einen Soldaten.
Ich versuchte die ES ganz in den griff zu bekommen.
Ihm zu liebe. Unserer Zukunft zu Liebe.
1 Jahr später machte er mir einen Antrag und ich sagte Ja.
Ich Zog mit ihm zusammen.Ich war so verliebt und glücklich.
Doch dann wie aus heiterem Himmel wurde er ins Ausland geschickt
unbefristet. Er ging und lies mich zurück.
Er versicherte mir zwar das er eines Tages zurück kommen würde aber
das half mir nicht.In mir starb was.
Ich bekam Depressionen und Panikattacken. 
Beides bestimmen heute mit meinen Alltag.
Ich war einsam,hatte durch die ganzen jahre auch keine Freunde mehr.
Keine bis auf Ana und Mia. So fing alles wieder von vorne an.
Das hungern,das fressen,das kotzen und die Abführmittel.
Beim hungern scheiterte ich immer mehr weil die Heißhungerattacken
und mia in meinem Kopf einfach zu stark waren.
Ich hatte das hungern irgendwie verlernt.
Kurz nach meinem 18 Geburtstag hatte ich mein niedrigstens Gewicht.
39 Kilo.
Meine Mutter drohte mir mit Zwangseinweisung,Entmündigung,
mein Bruder bekam Depressionen auf Grund der sorge um mich
und mein bester freund stellte mich vor die Wahl.
Entweder würde ich etwas tun oder ich müsste auf ihn verzichten.
Und so kam es das ich in eine Wg für Essgestörte Mädchen zog.
Ich war zwiegespalten. Einerseits wollte ich gesund werden
aber andererseits fragte ich mich,was würde von mir noch übrig bleiben wenn
ich geheilt wäre.Deswegen war es auch ein Auf und ab dort.
An manchen Tagen ging das Essen besser und an anderen schlechter.
Glücklich war ich über das alles nicht.
Ich hörte immer wieder diese stimme die mir ein ganz schlechtes gewissen
machte.
Zum ende hin wurde es ganz schlimm.

Ich hielt den Druck nicht mehr aus.
Es war nur noch eine Qual.
Ich versuchte durchzuhalten aber merkte schnell das ich so nicht gesund
werden kann.
Ich wollte das ja auch garnicht.
Mein Gewicht stieg immer mehr an
aber mein selbstbewusstsein sank. 
1 ganzes Jahr war ich dort und wog
am ende 68 Kilo. 68 Kilo.68.Kilo.68 Kilo
Ich schreibe dass so oft weil diese Zahl mich jetzt ziemlich erschreckt.
Ich konnte es nicht mehr ertragen.Ich konnte mein Spiegelbild nicht mehr ertragen
Ich konnte mich nicht mehr ertragen.
Ich fühlte mich so widerlich. 
Also zog ich aus der Wg aus. 
Das ist nun schon wieder eine ganze weile her.
Ich konnte und wollte das Gewicht natürlich nicht halten
Ich habe einfach gemerkt dass ich
mit dieser Krankheit leben muss. 
Ich möchte aufjedenfall nicht mehr in Lebensgefahr schweben.
Mir ist heute bewusst,dass diese Krankheiten - Magersucht und Bulimie
tödlich enden können und es auch oft tun.
All den Folgeschäden wie kreislaufprobleme,Herz rythmus beschwerden und permanente müdigkeit zum trotz
bin ich nicht bereit diese Begleiter aufzugeben.
Noch nicht.
Ich hungere und kotze weiter.
Ich lese weiter Bücher über ES und gucke auch
dokus zu dem thema um mich zu triggern.
Hab mich wieder in einem Forum angemeldet aber dieses ist nicht so streng.
Es hat sich aber auch etwas getan.
Ich hungere nicht mehr so extrem.
Mia ist viel ausgeprägter.
Ich würde niemals mehr an irgendwelchen "wettbewerben" teilnehmen
Ich würde niemals jemanden dazu Raten,Magersucht oder bulimie
als Diät zu nutzen.
Ich würde niemals diese Krankheiten verherlichen.

Ich hoffe dass ich eines Tages wieder ein einigermaßen normales Verhältnis zum Essen habe

und meine Ziele die ich im Leben habe erreichen werden.
Auch wenn sich die magersucht und Bulimie dagegen auflehnen,
Ich will Leben! Auch wenn Mein verhalten das gegenteil bewirkt.
Ist es so ! 
Es muss ganz klar gesagt werden:
Magersucht und Bulimie ist nur Selbstmord auf Raten!!

Das ist ein kleiner Teil meines Lebens der mit der ES zusammenhängt.

Edit:

Wir schreiben das Jahr 2015 und die Magersucht ist aus meinen Gutachten bzw Diagnosen so wie aus meinem Leben verschwunden.
Ich bin nicht mehr Teil eines Forums und esse relativ normal.
Die Bulimie schreit mich hin und wieder an aber ich hab das im Griff...

Kommentare:

  1. Ich bin vollkommen sprachlos und weiß nicht, was ich sagen soll.
    Ich weine, weil ich dein Leben vor mir gesehen habe. Es tut mir so Leid, dass man sich sein eigenes Leben nicht aussuchen kann...
    Wir sind im selben Alter. Deine Geschichte berührt mich total.

    Ich wünsche mir, dass du eines Tages aus deinem Leben das für dich beste herausnehmen kannst und irgendwann wieder glücklich wirst.
    Alles Liebe dafür,
    Emma von http://lajeunefilletimide.blogspot.de/

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    1. Hey danke für deine lieben worte.
      Ich freue mich sehr darüber <3
      ich habe auf deinem blog einige parallelen zu meinem leben endeckt.
      Das hat mich auch sehr berührt.
      Dein blog berührt mich sowieso
      weil ich mich dort auf eine gewisse art und weiße wieder erkenne.

      Vielen vielen dank,das wünsche ich dir natürlich auch.
      Ganz liebe grüße!

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  2. Ich habe das jetzt gelesen und muss wirklich richtig heulen. Und das nicht nur, weil ich heute so nah am Wasser bin. Wir schreiben ja schon eine Weile miteinander, aber jetzt habe ich mal etwas mehr über dich erfahren. Eine so schmerzende Wahrheit. Ich weiß, dass das total blöd klingt, aber anders kann ich es nicht sagen, es tut mir so unendlich leid was du erleben musstest und immer noch durchmachst. Dass wir so viele sind. Und ich weiß ja, wie sich das anfühlt, was es noch trauriger macht.
    Aber in 10 Jahren, bei unserem verabredeten Eisbecher, werden wir uns hoffentlich von schöneren Zeiten berichten können und irgendwie gesünder sein als jetzt.
    Auf den Sommer 2023!
    Meine wundervolle Schwester im Geiste <3 <3 <3

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    1. Danke süße,für deine liebe worte <3
      das bedeutet mir viel!
      Ich finde es auch immer wieder erschreckend wie viele wir doch sind
      und doch "freue" ich mich darüber nicht alleine zu sein
      unter anderen umständen hätten wir uns vllt nicht kennengelernt.
      Das wäre bei so einem wunderbaren menschen wie dir schade gewesen!
      Ich hoffe sehr,dass es in 10 jahren so sein wird.
      Ich glaube fest dran!
      Auf den sommer 2023!
      Meine ebenfalls wundervolle schwester im geiste <3 <3 <3

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  3. Ein wirklich ergreifender Blog. Wahnsinn, dieses Gefühlschaos nachdem ich es gelesen habe

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    1. Hey,vielen vielen dank für deine Lieben Worte :)

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  4. Es fällt mir gerade schwer, mich zu entscheiden, wie ich überhaupt anfangen soll..
    Ich habe alles gelesen, ich hatte Tränen in den Augen und in manchen deiner Gedankengänge habe ich mich wieder gefunden. Du hast so verdammt viel durchgestanden. So etwas wünscht man keinem. Es tut mir Leid.. Das die Welt so ist. Das die Menschen so sind. Und das all diese Dinge so etwas mit einem anrichten können. Es war beruhigend zu lesen, dass in diesem Jahr soweit alles okay ist, was die ES betrifft.

    "Manche Leute denken, das Durchhalten macht uns stark. Aber manchmal ist es das Loslassen" - Fühl dich bitte gedrückt, wenn es dir nichts ausmacht. <3

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  5. toller Blog! melde dich doch bitte mal... xmelx@outlook.at

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  6. Oh fuck, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen... ich weiß nicht, das alles tut mir so leid, wieso müssen manche Menschen es so schwer haben..
    es tut mir so leid. ♥

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  7. wow deine geschichte berührt einen...
    Dein blog ist sehr schön :)

    xoxo Ann

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